Wenn der Chef spricht und niemand mehr zuhört. Führungsstärke beginnt innen.
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Ein Tag in einem produzierenden Unternehmen. Was ich dort erlebte, hat mich nicht losgelassen.
Ich sprach mit 8 Mitarbeitern. 4 hatten innerlich bereits gekündigt.
Das war kein Krisenunternehmen. Kein Start-up in der Schieflage. Es war ein solides, produzierendes Unternehmen im Mittelstand mit einem CEO, der weiß, was er will. Und der das auch laut sagt.
Ich war an diesem Tag als stille Beobachterin dabei. Ich begleitete den Niederlassungsleiter, führte Gespräche mit Mitarbeitern, schaute mir an, wo Energie verloren geht, in Prozessen, in Strukturen, zwischen Menschen.
Dann kam der CEO.
Er stand oben auf der Galerie in der Werkhalle, die Belegschaft darunter, und hielt eine Ansprache, die sich gewaschen hatte. Laut. Energisch. Klar. Man spürte: Dieser Mann ist überzeugt von dem, was er sagt.
Was ich danach hörte, als ich durch die Halle ging, war leiser. Aber lauter in seiner Wirkung.
„Der ist immer so. Wird immer schlimmer." Ich fragte mich nur eines: Wie halten die das aus?
Das eigentliche Problem ist nicht der Ton
Viele würden jetzt sagen: Der CEO muss seinen Kommunikationsstil ändern. Sanfter werden.
Ich sage: Das greift zu kurz.
Das eigentliche Problem ist nicht, wie er spricht. Es ist, dass er nicht weiß, was in seinem Unternehmen wirklich vor sich geht und warum.
Nicht, weil die Menschen schwiegen. Sondern, weil er nie gefragt hatte.
Mir haben sie alles vertrauensvoll erzählt, direkt beim ersten Treffen, ohne Zögern. Weil sie froh waren, dass jemand zuhörte. Weil das fast nie passierte.
Das ist kein Einzelfall. Das ist ein Muster, das ich seit 15 Jahren im Coaching beobachte.
Der blinde Fleck der Führungsstärke.
Viele Führungskräfte, die ich begleite, sind leistungsstark, zielorientiert und erfahren. Sie haben viel aufgebaut. Sie wissen, wie man ein Unternehmen führt, nach den Kennzahlen,
nach den Prozessen, nach den Ergebnissen.
Aber es gibt einen blinden Fleck.
Den Abstand zwischen dem, was sie nach außen zeigen, und dem, was in ihrem Unternehmen wirklich passiert. Zwischen dem Bild, das sie von sich selbst haben und dem Bild, das andere von ihnen haben.
Dieser Abstand kostet. Jeden Tag. In Form von: Mitarbeitern, die innerlich schon weg sind, Informationen, die nie nach oben kommen, weil niemand sie hören will.
Entscheidungen, die auf falschen Annahmen beruhen.
Vertrauen, das still erodiert, bis es zu spät ist.
Der CEO in der Werkhalle hatte keine Ahnung von alledem. Nicht weil er ein schlechter Mensch ist. Sondern weil sein Führungsstil keinen Raum ließ für das, was unter der Oberfläche war.
Was echte Führungsstärke bedeutet.
Echte Führungsstärke zeigt sich nicht in der lauten Ansage.
Sie zeigt sich in der Fähigkeit, wahrzunehmen, was wirklich passiert, welche Stimmung im Raum liegt, was die Menschen bewegt, die täglich für das Unternehmen arbeiten.
Das klingt nach Soft Skill, nach Führungstheorie, nach etwas, das man im nächsten Seminar lernen kann.
Aber in Wahrheit ist es die härteste Arbeit, die ich kenne. Weil sie nicht bei den anderen beginnt. Sie beginnt bei einem selbst.
Wer nicht wahrnimmt, was in sich vorgeht, eigene Anspannung, eigene Unsicherheit, eigene blinde Flecken, wird auch bei anderen nicht wahrnehmen, was wirklich los ist. Das eine hängt unmittelbar mit dem anderen.
Was ich in diesem Unternehmen nicht gesehen habe.
Ich habe keinen bösen CEO gesehen. Ich habe einen CEO gesehen, der in einem Muster gefangen war, das er selbst nicht sehen konnte, das irgendwann funktioniert hat.
Das ihn erfolgreich gemacht hat.
Das aber in der heutigen Komplexität, mit Teams, die Sinn suchen, mit Mitarbeitern, die Wertschätzung brauchen, mit einer Arbeitswelt, die sich fundamental verändert, zu einer unsichtbaren Bremse geworden ist.
Rechtzeitig an der richtigen Stelle die richtige Feinjustierung und vieles hätte sich anders entwickelt. Das Team. Die Atmosphäre. Die Bereitschaft, mitzudenken und mitzugehen.
Genau das ist der Unterschied zwischen einem CEO, der führt und einem, der glaubt zu führen.
Was das mit Ihnen zu tun hat?
Das sind Signale dafür, dass es Zeit ist, hinzuschauen. Nicht an der Oberfläche, sondern dort, wo es wirklich sitzt.
Genau das ist die Arbeit, die ich mit meinen Klienten mache.
Was geht in Ihrem Unternehmen gerade vor, das noch niemand laut ausgesprochen hat?
Als Mastercoach für Führungskräfte, CEOs und Unternehmer, mit 25 Jahren Erfahrung als Unternehmerin und 15 Jahren als Coach arbeite ich mit Ihnen an den blinden Flecken: den unbewussten Denk- und Handlungslogiken, die in Druck- und Stresssituationen das Steuer übernehmen. Veränderung wird bei mir nicht angelernt, sondern durch emotionales Umerleben transformiert und integriert.
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