Was Swarovski mir über Angst und Selbstführung beigebracht hat, ohne ein einziges Wort.
- vor 3 Tagen
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Schwindelig. Grummeln im Magen. Das Gefühl, als würde es einem die Füße wegziehen.
Ich kenne das. Nicht aus Büchern, sondern aus meinem Leben.
Vor wichtigen Präsentationen war dieses Gefühl mein treuer Begleiter. Die Angst, nicht die richtigen Worte zu finden. Dass die anderen besser vorbereitet sind. Dass meine Arbeit nicht standhält.
Ich habe das lange mit mir getragen. Und lange sehr gute Strategien entwickelt, um genau diese Momente zu vermeiden.
Eines Tages kam Swarovski.
Ich wurde zu einer Wettbewerbspräsentation eingeladen. Es ging um ein neues Markenumfeld. Eine bekannte Agentur nahm mich in ihr Präsentationsteam auf, weil man meine Arbeit schätzte.
Das hätte mich einfach nur stolz machen sollen.
Hat es auch. Und gleichzeitig war da wieder dieses Grummeln.
Als ich den Raum betrat, saß da eine hochkarätige Markenjury.
Ein bekannter Markenpapst. Andere Agenturen im Wettbewerb.
Und dann die Ansage, die mich total erstaunte:
Ihr sprecht nicht. Kein Wort. Die Arbeiten sollen für sich sprechen.
Mein erster Gedanke war: Dann werden die uns ja noch mehr anschauen.
Ich dachte an meine Haare, die ich nicht in die Form bringen konnte, wie ich es wollte.
Und dann passierte etwas, das ich nicht erwartet hatte.
Das Motiv, das ich nie hätte erklären können.
Eines meiner Motive wurde bewertet. Dieses hatte mich schon bei der Erstellung
selbst tief berührt.
Es zeigte einen Moment aus meiner Kindheit, den ich mit einem Kristallprodukt von Swarovski verbunden hatte, der legendären Kristallmaus. Etwas sehr Persönliches. Etwas, das ich nie wirklich hätte in der Tiefe mit Worten erklären können, selbst wenn man mich gelassen hätte.
Es bekam eine der besten Bewertungen des Vormittags.
In diesem Moment verstand ich etwas, das kein Präsentationstraining mir je hätte beibringen können.
Nicht die perfekte Vorbereitung hatte diese Bewertung geholt. Nicht die richtigen Worte.
Sondern etwas, das direkt aus mir kam, ohne Filter, ohne Erklärung, ohne Schutz.
Und es trat nicht das ein, wovor ich mich so lange gefürchtet hatte. Ich hatte etwas anderes gelernt: Wir wirken aus uns heraus - wenn wir echt sind.
Heute begleite ich Führungskräfte im Coaching. Und ich erlebe dieses Muster regelmäßig.
Nach außen stark. Kompetent. Erfahren.
Und trotzdem, in dem Moment, in dem es darum geht, sich wirklich zu zeigen, passiert etwas.
Der Puls steigt.
Die Gedanken beschleunigen.
Und irgendwo meldet sich diese leise Stimme: Bin ich wirklich gut genug dafür?
Werden die anderen das sehen?
Es ist kein Zeichen von Schwäche.
Es ist ein Muster, entstanden lange bevor man Führungskraft wurde.
In den Momenten, in denen ein Lob ausblieb, wo Kritik lauter war als Anerkennung. Wo man früh gelernt hat: Wenn du dich zeigst, wirst du bewertet. Und Bewertung kann wehtun. Das Muster ist clever. Es schützt.
Und es bremst.
Viele Führungskräfte entwickeln sehr gute Strategien drumherum. Sie delegieren Präsentationen. Sie sprechen lieber in kleinen Runden. Sie bereiten sich so intensiv vor, dass die Vorbereitung selbst zur Sicherheitsdecke wird.
Nach außen wirkt das professionell.
Innen kostet es Kraft.
Was sich wirklich verändern muss.
Präsentationstraining hilft. Bis der Druck groß genug ist.
Dann übernimmt die alte Logik wieder das Steuer.
Was wirklich verändert, ist die Arbeit an der Überzeugung, die das Muster am Leben hält.
Ich bin nicht gut genug.
Die anderen wissen mehr.
Wenn ich mich zeige, setze ich mich aus.
Diese Überzeugungen entstanden nicht im Berufsalltag. Sie entstanden früher.
Und sie lassen sich verändern, nicht durch Anlernen, sondern durch echtes Umerleben.
Genau das war mein Swarovski-Moment.
Kein Training. Kein Tipp. Sondern eine Erfahrung, die etwas in mir überschrieben hat.
Die Frage, die bleibt: Was wäre möglich, wenn Sie in dem Moment, in dem es wirklich zählt, ganz bei sich wären?
Nicht perfekt vorbereitet.
Nicht fehlerfrei.
Sondern einfach echt und authentisch.
Wenn Sie spüren, dass Sie bestimmte Momente der Sichtbarkeit meiden, nicht weil Sie nicht könnten, sondern weil sich da etwas in Ihnen zusammenzieht, dann ist das kein Zufall.
Es ist ein Muster. Und Muster lassen sich verändern.
Wenn Sie herausfinden möchten, welches Muster bei Ihnen das Steuer übernimmt, sprechen wir darüber. Das erste Gespräch ist kostenlos und vertraulich.
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