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Humor in der Führung: Warum humorvolle Führungskräfte 27% erfolgreicher sind.

  • 1. Juni
  • 4 Min. Lesezeit
Im Coaching Glaubensmuster lösen und endlich frei werden.
Die ernsthaftesten Führungskräfte haben oft die unzufriedensten Teams.

Du lachst als Chef 0 Mal am Tag?

Das kostet dich bis zu 27 % Führungswirkung.

Das ist keine Provokation.

Das ist ein Forschungsergebnis.


Und trotzdem erlebe ich in meiner Arbeit als Executive Coach immer wieder dasselbe Bild:

Die ernsthaftesten Führungskräfte haben oft die unzufriedensten Teams.

Keine Leichtigkeit, kein Augenzwinkern, kein Lachen über eigene Fehler.


Nur Kontrolle, Disziplin und der stille Glaube, dass Humor und Führungsstärke sich gegenseitig ausschließen.


Das Gegenteil ist wahr.

Was die Forschung über Humor in der Führung sagt.

Humor in der Führung ist kein Nice-to-have. Er ist ein messbarer Erfolgsfaktor.

Die Stanford-Professorinnen Jennifer Aaker und Naomi Bagdonas haben in ihrem Buch Humor, Seriously (2021) umfangreiche Forschungsergebnisse zusammengefasst:

Führungskräfte mit Humor werden von ihren Mitarbeitenden als 27 % motivierender erlebt. Teams, die gemeinsam lachen, lösen kreative Herausforderungen doppelt so häufig wie Teams ohne Lachkultur. Und die Mitarbeitenden dieser Führungskräfte sind 15 % engagierter, eine Zahl, die sich direkt auf Produktivität, Bindung und Ergebnis auswirkt.


Die Harvard Business Review geht noch weiter:

Herausragende Führungspersönlichkeiten setzen Humor doppelt so häufig ein wie ihre durchschnittlichen Kollegen. Kein Zufall, sondern ein Zeichen innerer Reife und Sicherheit.

Eine internationale Studie von Kai Chi Yam und Kollegen (China, Singapur, USA) untersuchte über 500 Beschäftigte und bestätigte: Humorvolle Führungspersonen verbessern die Beziehung zu ihren Mitarbeitenden und steigern deren Engagement, vorausgesetzt, der Humor ist wohlwollend, inklusiv und sozial.

Und eine Befragung von über 700 CEOs ergab: 98 % bevorzugen Mitarbeitende mit Humor. 84 % glauben, diese seien besser in ihrem Job.


Was hinter der Oberfläche wirklich passiert

Warum wirkt Humor so stark?

Wenn eine Führungskraft über sich selbst lachen kann, zeigt sie etwas Seltenes: Distanz zu sich selbst. Die Fähigkeit, sich aus der Metaperspektive zu beobachten. Das ist keine Kleinigkeit. Es ist ein Zeichen emotionaler Reife und genau das, was in Drucksituationen den Unterschied macht.

Führungskräfte, die sich selbst zu ernst nehmen, haben oft unbewusst das Steuer an ihre Anspannung abgegeben. Ihr Team spürt das. Nicht durch Worte, sondern durch die Atmosphäre im Raum. Menschen sind hochsensible Stimmungsbarometer. Sie reagieren auf das, was unter der Oberfläche liegt, lange bevor es ausgesprochen wird.

Wenn eine Führungskraft dagegen Humor einsetzt, authentisch, wohlwollend, situationsgerecht, senkt das Cortisol, erhöht Oxytocin (das Vertrauenshormon) und Dopamin. Es entsteht eine neurochemische Reaktion im Team, die Vertrauen, Kreativität und Zusammenhalt stärkt. Das ist Biologie.


Was Humor in der Führung nicht ist.

Hier ist die wichtigste Unterscheidung: Humor in der Führung bedeutet nicht, lustig zu sein.

Es geht nicht darum, Witze zu erzählen oder das Büro in eine Comedyshow zu verwandeln.

Es geht um die innere Haltung. Um die Bereitschaft, Leichtigkeit zuzulassen. Um die Fähigkeit, in einem angespannten Meeting mit einem Augenzwinkern die Energie zu verschieben. Um den Mut, über einen eigenen Fehler zu lachen, anstatt ihn zu verbergen.

Forscher warnen dabei klar: Humor, der auf Kosten anderer geht, der sarkastisch oder ausgrenzend ist, hat den gegenteiligen Effekt. Er vergiftet das Klima und zerstört Vertrauen. Die Wirkung entfaltet sich ausschließlich durch wohlwollenden, inklusiven Humor und vor allem durch die Bereitschaft, über sich selbst zu lachen.


Was ich im Coaching beobachte

In 15 Jahren als Coach habe ich eines immer wieder erlebt: Die Momente, in denen wirklich etwas aufbricht, entstehen selten in Ernsthaftigkeit. Sie entstehen, wenn jemand plötzlich lacht. Über sich selbst. Über das Muster, das er gerade erkennt. Über die absurde Logik eines Verhaltens, das er jahrelang für selbstverständlich gehalten hat.

In kreativen Führungstrainings, bei denen wir die Pfade des Verstandes bewusst verlassen, in spielerischen, freieren Formaten, entsteht genau das: Lachen. Und mit dem Lachen:

Verbindung. Offenheit. Zugang zu Potenzialen, die in der gewohnten Ernsthaftigkeit verschlossen bleiben.

Das ist emotionale Führung in ihrer reinsten Form. Nicht trotz Humor, sondern durch ihn.


Humor als Zeichen innerer Freiheit.

Die tiefste Wahrheit hinter diesem Thema ist folgende:

Wer über sich selbst lachen kann, hat sich selbst nicht verloren.

Humor entsteht dort, wo innere Sicherheit ist. Wo jemand so geerdet in sich selbst ist, dass er sich Leichtigkeit erlauben kann, auch in schwierigen Momenten. Diese innere Freiheit ist anziehend. Teams folgen ihr. Kunden vertrauen ihr. Und sie ist das Gegenteil von dem, was viele Führungskräfte täglich betreiben: die erschöpfende Arbeit, eine Fassade aufrechtzuerhalten.

Gute Führung heute ist vor allem Selbstführung. Wer weiß, wie er unter Druck kommuniziert, entscheidet und reagiert, wer seine eigenen Muster kennt und benennen kann, führt aus einer anderen Dimension. Offener. Anziehender. Menschlicher.

Und deutlich leichter.


Wo stehen Sie als Führungspersönlichkeit wirklich?

Die meisten Führungskräfte kennen ihre Ergebnisse. Die wenigsten kennen sich selbst.

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Quellen

  • Aaker, J. & Bagdonas, N. (2021). Humor, Seriously. Currency Publishing.

  • Harvard Business Review — Studie zu Humor und Führungsleistung bei Executives

  • Yam, K. C. et al. - Internationale Studie zu Humor und Mitarbeiterengagement

    (China, Singapur, USA), zit. in: HR Today, 5/2018

  • Robert Half (2017) - Befragung von über 700 CEOs zu Humor und Arbeitsleistung

  • Gallup, State of the Global Workplace 2024


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